Was vom Hafen bleibt

Wie erinnern wir Orte im städtischen Wandel? Dieser Frage begegnete ich immer wieder in verschiedenen Momenten in meinem Studium – und sie lässt sich nicht mit Zahlen oder Fakten beantworten.

Das Bremer Hafengebiet verändert sich. Wo früher Schiffe gebaut, beladen und die Speicher befüllt wurden, entstehen heute Wohnhäuser und Büros. Manche Hafenreste verschwinden vollständig, manche sind noch in Teilen zu finden und manche wurden umfunktioniert.

Diese Transformation ist sichtbar und dokumentiert. Was dabei weniger sichtbar wird: was diese Orte den Menschen bedeutet haben – die Atmosphäre des Hafens, die Art wie sich Arbeit, Gemeinschaft und Alltag dort angefühlt haben.

„Was vom Hafen bleibt" ist ein kollektives Erinnerungsarchiv im digitalen Raum. Es geht nicht darum, faktisch Geschichte zu rekonstruieren oder ein Vorher-Nachher zu zeigen. Es geht darum, was bleibt – in den Köpfen und Herzen der Menschen, deren Leben im Hafenbereich stattgefunden hat. Ihre Geschichten, Gedanken und Erinnerungen stehen im Mittelpunkt.

Entstanden ist dieses Archiv bei der Suche nach Orten in Gesprächen mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen, die sich die Zeit genommen haben, zu erzählen. Über Orte, die es vielleicht nicht mehr oder nur noch bruchstückhaft gibt. Über Arbeit, Gemeinschaft, Gerüche und Geräusche. Über ein Stück Heimat, das sich verändert oder verschwunden ist.

Ich bin dankbar für jede Geschichte, die hier geteilt wurde – und für alle, die sich eingeladen fühlen, ihre eigenen Erinnerungen und Gedanken hinzuzufügen.

Besonderen Dank möchte ich an dieser Stelle dem Kulturhaus Walle Brodelpott e.V. ausrichten, die mir mit Geschichten, Erinnerungen und Fotografien zur Seite standen.

Chiara Kwade, 2026
Masterarbeit im Studiengang Integriertes Design,
Hochschule für Künste Bremen